Authentizität braucht Strategie: Was mich im Kern ausmacht

This is a subtitle for your new post

Mein Kern, meine Werte, meine Geschichte: Was die Jubiläumsfolge über Personal Branding zeigt

300 Folgen – und diesmal stelle ich die Fragen nicht selbst. Andrea Grundmann übernimmt das Mikrofon und macht mich zum Gast in meinem eigenen Podcast. Was wir in Folge 274 angekündigt hatten, wird in der Jubiläumsfolge ziemlich konkret: Andrea fragt nach meinem Kern, meinen Werten und den Erfahrungen, die mich geprägt haben. Und ich merke schnell, dass sich eine Frage leichter stellen als beantworten lässt.

Dabei geht es um eine Frage, die auch für Dein Personal Branding wichtig ist: Was sollen Menschen von Dir erkennen und in Erinnerung behalten? Andreas Human Signature Canvas setzt genau dort an. Bevor Du über Sichtbarkeit, Inhalte oder Deinen nächsten LinkedIn-Post nachdenkst, lohnt sich der Blick auf die eigene Persönlichkeit.



Persönlichkeit beginnt vor dem nächsten Post

Andrea beschreibt ein Problem, das mir aus dem Marketing bekannt vorkommt: Wir reden schnell darüber, was wir veröffentlichen könnten. Aber haben wir vorher geklärt, was wir damit eigentlich vermitteln wollen? Eine persönliche Geschichte kann Aufmerksamkeit bekommen. Ob sie auch bei den richtigen Menschen etwas auslöst und zu den eigenen Zielen passt, ist eine andere Frage.


Ihr Human Signature Canvas verbindet drei Schritte: den eigenen Kern verstehen, relevante Facetten für die Zielpersonen auswählen und diese in eine wahrnehmbare Identität übersetzen. In unserer Folge beschäftigen wir uns vor allem mit dem ersten Schritt. Den ganzen Prozess in einer guten Stunde abzuhaken, wäre auch etwas sportlich.


Was mein Opa mit meinem Kern zu tun hat

Auf die Frage nach prägenden Menschen fällt mir sofort mein Opa ein. Seine ruhige, besonnene Art war für mich ein Anker. Ich erzähle von unserer Nähe, gemeinsamen Erlebnissen und davon, wie wichtig es mir war, ihn stolz zu machen. Da wird das Gespräch deutlich persönlicher als ein gewöhnliches Marketinginterview.

Genau solche Erinnerungen machen sichtbar, was hinter Begriffen wie Verbundenheit oder Verlässlichkeit steckt. Eine Liste mit Eigenschaften bleibt schnell abstrakt. Wenn Du dagegen auf konkrete Situationen schaust, wird greifbarer, was Dich ausmacht. Andrea empfiehlt deshalb, die Antworten erst einmal zu sammeln und anschließend nach wiederkehrenden Mustern zu suchen.


Werte zeigen sich in Entscheidungen

Über meine Werte hatte ich vorher noch keine systematische Wertearbeit gemacht. Im Gespräch nenne ich unter anderem Ehrlichkeit, Kommunikation, Humor, Sparsamkeit, Spontanität und Flexibilität. Auch Freiheit und Familie spielen eine Rolle. Nur: Welche davon sind mir wirklich so wichtig, dass ich dafür an anderer Stelle Abstriche machen würde?


Andrea unterscheidet zwischen gesellschaftlich anerkannten Werten, die wir leicht übernehmen, und dem, was uns persönlich im Innersten zusammenhält. Das ist eine Aufforderung zum Nachdenken: Woran halte ich fest, wenn zwei Dinge miteinander kollidieren? Welche Entscheidung zeigt meinen Wert tatsächlich? Da hilft es wenig, einfach die schönsten Wörter aufzuschreiben.


Ich muss nicht jedem gefallen

Ein weiterer Punkt ist mein Wunsch, mich nicht mehr ständig zu verbiegen. Früher wollte ich möglichst jedem gefallen. Als ich zum ersten Mal die Idee für meinen Podcast äußerte, bekam ich auch zu hören, dass ich das besser lassen sollte. Ich verwarf die Idee zunächst. Sie kam wieder – und irgendwann legte ich los.

Im Rückblick beschreibe ich diese Zeit als einen Wendepunkt. Das bedeutet nicht, dass mir Fehler egal sind. In der Folge spreche ich auch darüber, mich zu entschuldigen, wenn ich danebenliege. Aber eine eigene Haltung zu haben und Verantwortung dafür zu übernehmen, gehört für mich zusammen. Andrea betont, dass unsere Ecken und Kanten uns erkennbar machen. Schleifen wir alles ab, werden wir austauschbar.


Authentizität braucht Strategie

Das ist einer von Andreas zentralen Gedanken im Gespräch. Authentisch aufzutreten heißt für sie nicht, jede Erfahrung und jeden Gedanken ungefiltert zu veröffentlichen. Menschen sehen meist nur einen kleinen Ausschnitt unserer Inhalte. Trotzdem soll daraus ein stimmiges Bild entstehen.


Wichtig ist dabei ihre Unterscheidung zwischen persönlich und privat. Du kannst Persönlichkeit zeigen, ohne Dein Privatleben offenzulegen: etwa durch Deine Haltung, Deine Sprache oder Beispiele aus Deiner Arbeit. Welche Geschichten Du teilst, sollte zu Dir, Deinen Zielen und Deinem Publikum passen. Das ist eine bewusste Auswahl aus dem, was Dich tatsächlich ausmacht.


Fazit: Erst den eigenen Kern verstehen

Folge 300 ist für mich eine Jubiläumsfolge mit einigen offenen Fragen geworden. Am Ende sage ich, dass ich mir das Gespräch noch einmal anhören und das Transkript lesen möchte. Manche Antworten kamen sofort. Über andere muss ich erst nachdenken. Und genau das macht den Prozess interessant.

Wenn Du etwas daraus mitnehmen möchtest, fang mit drei Fragen an: Welche Erfahrungen haben Dich geprägt? Welche Werte sind für Dich nicht verhandelbar? Und welche Facetten Deiner Persönlichkeit sollen andere erkennen? Schreib Deine Antworten auf und schau, welche Muster sich zeigen. Das ist ein guter Anfang für Deinen eigenen „Kern vom Kern“.


Mehr zu Andreas Arbeit und dem Human Signature Canvas erfährst Du in der Folge. Hier findest Du Andrea Grundmann auf LinkedIn. Hör gern in die ganze Jubiläumsfolge rein und abonniere meinen Podcast, wenn Du die nächsten Gespräche nicht verpassen möchtest.


Weitere Blogbeiträge

von Kevin Gründling • 30. Juni 2026
In einer Welt, in der Konsumenten immer informierter und kritischer werden, ist ethisches Marketing nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit. In meinem Gespräch mit Alexandra Polunin, Autorin von "Don't Be Evil", haben wir die Bedeutung von ethischem Marketing und die Herausforderungen, die damit einhergehen, beleuchtet.
von Kevin Gründling • 20. August 2025
In der heutigen Marketingwelt sind Buyer Personas ein unverzichtbares Werkzeug. Doch viele Unternehmen machen den Fehler, sich auf oberflächliche demografische Daten zu verlassen. In meinem Gespräch mit Norbert Schuster haben wir die Bedeutung von tiefgehenden Analysen und gezielten Fragen beleuchtet, um wirklich effektive Personas zu erstellen.
von Kevin Gründling • 14. August 2025
In der heutigen digitalen Welt ist Video-Marketing ein unverzichtbares Werkzeug, um Reichweite und Engagement zu steigern. In einer spannenden Podcast-Folge hatte ich die Gelegenheit, mit Hendrik Unger, dem Autor des Buches "PLAY", über die Feinheiten und Herausforderungen des Video-Marketings zu sprechen. Hendrik teilt seine wertvollen Erfahrungen und gibt Einblicke, wie man mit einer klaren Strategie und authentischem Content erfolgreich sein kann.
von Kevin Gründling • 8. August 2025
In der heutigen digitalen Welt spielt Automatisierung eine entscheidende Rolle, insbesondere im Marketing. In einem aufschlussreichen Gespräch mit Paul Kramer, dem Gründer von Clevermation, tauchen wir in die Welt der KI-Automatisierung ein. Paul teilt seine Erfahrungen und Einblicke, wie er mit einem LinkedIn-Video viral ging, das sein innovatives Automatisierungssystem vorstellt. Diese Episode bietet wertvolle Einblicke für alle, die sich für die Optimierung von Prozessen und den Einsatz von KI interessieren.
von Kevin Gründling • 26. Juli 2025
Account-Based Marketing (ABM) ist längst kein Buzzword mehr, sondern für viele B2B-Unternehmen ein entscheidender Erfolgsfaktor. Doch wie funktioniert ABM in der Praxis wirklich? Was unterscheidet es von klassischen Marketing-Ansätzen? Und warum spielen Community, Social Selling und persönliches Vertrauen eine immer größere Rolle? Im Podcast habe ich mit Victoria Christ von Cloudbridge genau darüber gesprochen – und viele spannende Antworten bekommen.
von Kevin Gründling • 26. Juli 2025
Personal Branding – das klingt nach LinkedIn-Strategien, Content-Planung und cleverem Selbstmarketing. Doch wer mit Béa Beste über das Thema spricht, merkt schnell: Die eigentliche Grundlage für eine starke, authentische Marke liegt viel tiefer. Es geht um Beziehungen, um Vertrauen, um die Art, wie wir mit anderen (und uns selbst) umgehen. In diesem Beitrag zeige ich, warum sichere Beziehungen das wahre Fundament von Personal Branding sind, wie Bindungsmuster unser Verhalten prägen und wie wir mit mehr Bewusstsein und Offenheit nicht nur als Marke, sondern auch als Mensch wachsen können.
von Kevin Gründling • 26. Juli 2025
Viele träumen davon, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen – doch nur wenige wagen den Schritt wirklich. Im aktuellen Podcast-Interview spreche ich mit Mark Geberth-Hindermeyer, dem Hallen-Moderator der Skyliners Frankfurt. Mark hat den Sprung vom langjährigen Basketballfan und IT-Manager zum Profi am Mikrofon geschafft. Wie das funktioniert, welche Skills es braucht und warum Authentizität der Schlüssel zum Erfolg ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.
von Kevin Gründling • 26. Juli 2025
E-Mail-Marketing ist tot? Von wegen! Trotz Social Media, Messengern und Co. bleibt die E-Mail einer der stärksten und vielseitigsten Kanäle im digitalen Marketing. Doch was unterscheidet erfolgreiche Newsletter von den durchschnittlichen? Und wie schneiden Unternehmen im DACH-Raum wirklich ab? Gemeinsam mit Danylo Vakhnenko von Absolit Dr. Schwarz Consulting habe ich die Ergebnisse der umfangreichsten E-Mail-Marketing-Benchmark-Studie unter die Lupe genommen – und dabei spannende Erkenntnisse und echte Aha-Momente gesammelt.
von Kevin Gründling • 1. Juli 2025
In einer Welt, die von ständigen Benachrichtigungen und endlosen Newsfeeds dominiert wird, stellt sich eine wichtige Frage: Brauchen wir wirklich all diese sozialen Medien, um erfolgreich und glücklich zu sein? Der mutige Schritt, sich aus der Welt der sozialen Medien zurückzuziehen, eröffnet neue Perspektiven auf beruflichen Erfolg und persönliches Wohlbefinden. In diesem Blogbeitrag erkunden wir die Beweggründe für einen Digital Detox, die Auswirkungen dieser Entscheidung und welche Alternativen es gibt, um digital erfolgreich zu bleiben, ohne ständig online zu sein.
von Kevin Gründling • 23. Juni 2025
Die rasante Verbreitung von Informationen in sozialen Medien hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Kommunikation, sondern birgt auch Risiken, die Unternehmen ernsthaft schaden können. Ein Begriff, der dabei immer wieder auftaucht, ist der "Shitstorm". In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf die Erfahrungen von Karim-Patrick Bannour, einem erfahrenen Social Media Experten, der wertvolle Tipps zur Bewältigung solcher Krisen gibt.